Elektrogeräte – Inbetriebnahme im Winter

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Elektrogeräte – Inbetriebnahme im Winter

20. Februar 2020 Allgemein Service 0

Temperaturschwankungen bei Elektrogeräten

Moderne elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer, Drucker oder Fernseher sind für moderate Temperaturunterschiede ausgelegt. Kurzzeitige Temperaturschwankungen sind in der Regel kein Problem. Doch wie verhält es sich bei der Inbetriebnahme von Elektrogeräten, die bspw. über Nacht sehr tiefen Temperaturen ausgesetzt waren?

Von drauß‘ vom Walde…

Ein Szenario im Winter: Hat man z.B. einen Fernseher im Onlinehandel bestellt, will man diesen nach der Lieferung am liebsten sofort anschließen und ausprobieren. Doch man sollte bedenken, dass das Paket wahrscheinlich längere Zeit den Außentemperaturen ausgesetzt war (z. B. auf dem Transportweg im LKW). Die kalte Umgebungstemperatur ist nahezu auf das Gerät übergegangen. Trägt man den Fernseher in seine beheizte Wohnung, kommt es durch die plötzliche warme Temperatur zur Kondensatbildung – man kennt das z.B. vom Beschlagen einer Brille. Die Luft erwärmt sich und die dabei entstehende Feuchtigkeit schlägt sich auf die Oberfläche nieder.

Was bei einer Brille eher unproblematisch ist, kann auf den inneren Platinen der Elektrogeräte zum Problem werden: Hier kann es an Kontakten und Schnittstellen zu Kriechströmen und Kurzschlüssen kommen, wenn diese mit Strom beaufschlagt werden.

Alle Elektrogerätehersteller empfehlen deshalb eine gewisse Zeit zur Akklimatisierung auf Raumtemperatur von ca. 1-2 Stunden – je nach Extreme der Außentemperatur. So kann die etwaig entstandene Feuchtigkeit verdunsten.

Notebooks, Speicherkarten, SSD-Festplatten

Nicht nur Neugeräte können davon betroffen sein. Liegt z. B. das Notebook über Nacht im Auto, gilt die selbe Vorsichtsmaßnahme, um entstandenes Kondensat verdunsten zu lassen.

Eine Besonderheit gilt für den Wintereinsatz von Speicherkarten in Kameras. Zwar geben diverse Kamera-Hersteller an, dass ihre Geräte problemlos zwischen -20° bis +50° Celsius betrieben werden können, doch sollte man die Speicherkarte erst am Computer auslesen, wenn man ihr Zeit zur Akklimatisierung gegeben hat. Speicherkarten in Smartphones sind eher unproblematisch, da sie in Jacken- oder Hosentaschen vor der direkten Außentemperatur geschützt sind und die Körperwärme zusätzlich ein gänzliches Auskühlen verhindert.

SSD-Technologie

SSD-Technologie ist laut Herstellerangaben für den Wintereinsatz grundsätzlich untauglich. Die Hersteller geben eine Mindesttemperatur von 0° Celsius an. Ist man mit seinem Gerät häufiger Minustemperaturen ausgesetzt, sollten herkömmliche, Ferro-Magnetische Festplatten eingesetzt werden, die auch bei Minus-Graden optimale Funktionalität bieten.

Tipps gegen Defekte

  • Elektrogeräte aller Art, die eine Nacht im kalten Auto, in einer Lagerhalle oder auf der Ladefläche eines LKW verbracht haben, zunächst 1-2 Stunden auf Raumtemperatur kommen lassen. Dann kann man das Gerät problemlos in Betrieb nehmen.
  • (!) Besonders bei Geräten mit Festplatten minimiert man so die Gefahr des Head-Crashes und vermeidet einen damit einhergehenden Datenverlust.
  • Schauen Sie vor Inbetriebnahme im Handbuch oder in der Betriebsanleitung des Herstellers nach, welche Betriebs- bzw. Umgebungstemperatur für ihr Gerät empfohlen wird. Bei Nichtbeachtung kann unter Umständen die Herstellergarantie erlischen.

 

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